In der offenen Klasse von U10 durfte sehr wohl von einem Sieg von Isak Veladzic ausgegangen werden, da er doch über 250 Elo vor dem 2. in der Setzliste lag. Jedoch mit 7/7 und der auch verbundenen Schützenhilfe in der letzten Runde für Noel hat er jegliche Zweifel beseitigt und kürte sich somit erstmals zum Sieger. Vor 2 Jahren lag er noch hinter Tymur Donets, welcher dieses Mal 7. wurde. Damals wie heuer 3. wurde Noel Brezlan, er war auch als 3. gesetzt. Aber es war denkbar knapp, einerseits musste er das direkte Duell gegen Erik Geabou-Silveira gewinnen und andererseits auf einen vollen Sieg von Isak hoffen. Beides gelang und schlussendlich lag er trotz 3 Feinwertungen schlussendlich punktegleich mit Paul Kienersberger und 1 Buchholzpunkt hinter Christoph Karl Ragger, dem Sohn von GM Markus Ragger, beide spielen für die Steiermark. Auch sonst gab es großartige Platzierungen: Ben-Mateo Leitner debütierte als 6. von Startrang 26 (!) aus, Erik verlor nur gegen Noel und wurde 10., Anton Kofler verlor die letzte Runde in einem heiß umkämpften Duell gegen Ben und wurde 14. Maximilian Neuhold wurde 17. und kam somit auch auf 50%.
Ähnlich souverän zeigte sich in der Mädchenklasse Viktoria Burstein. Sie gewann alle Partien, obwohl sie nur als Nr. 6 gesetzt war, aber nur aufgrund der meist gespielten Partien, wo sie keine Scheu hatte auch schon gegen 14jährige oder älter zu spielen. Somit hatte sie ein wenig Elo eingebüßt, aber alle wussten, der Sieg geht nur über sie. Dies zeigte sie eindrucksvoll auch in den direkten Partien gegen die Wiener Spielerinnen, die etwas unter ihrem Wert geschlagen wurden. Beide landeten auf den Plätzen 6 und 7 mit jeweils 4 Punkten. Unglücklicherweise musste Aurora Lorenz in der letzten Runde gegen Viktoria ran, hatte auch eine gute Stellung, konnte sie jedoch nicht verwerten, ein Remis hätte wohl für Platz 3 gereicht. Aura Dakhane hatte überwiegend bessere Stellungen, eine ging sogar mit Figur mehr noch verloren und somit freuten sich Debora-Alexandra Jarda aus Oberösterreich mit 5 Punkten und Sarah Nussbacher aufgrund der besseren Buchholz über Silber und Bronze. Mit dabei war auch Almut Burger, trotz einiger vielversprechenden Stellungen war der Erfahrungswert bei den Gegnerinnen zumeist größer, sie wurde 18.
Nur einen halben Punkt weniger machte bei den Mädchen U8 Maryna Feseniuk. Hier war das Duell zwischen ihr und Leonore Pichler (Steiermark) richtungsweisend, da sie beide schon international tätig waren. In der direkten Partie gelang Maryna ein Figurengewinn durch einen Zwischenzug, auch aufgrund des Umstandes, dass Leonore hier nicht das nötige Risiko aufbrachte und somit war es dann ein leichtes Unterfangen für Maryna, welche im letzten Jahr noch nicht spielberechtigt war und gleich im 1. Jahr voll zuschlug. Der 3. Platz ging dieses Mal nach Vorarlberg und zwar an Caroline-Laura Kolesarova, welche auch als einzige ein Remis gegen Maryna schaffte. Etwas spannender hätte es noch gestaltet werden können, wenn Fabienne Strohmer-Dür ihre Partie gegen Caroline-Laura gewonnen hätte oder Shufan Wang gegen Leonore. Insbesondere Shufan hatte reelle Chancen, hätte sie beispielsweise mit einem Doppelangriff eine Figur gewonnen, so hatte sie selbst schnell eine Figur weniger und dazu noch ein paar Bauern. Aber sowohl Fabienne, wie auch Shufan können sich nach einem starken Turnier/Debüt mit der EM-Qualifikation trösten, da sie die Plätze 4 und 5 belegten.
Die wohl spannendste Entscheidung stand in der U8 an, vor der letzten Runde gab es drei Spieler mit 5 Punkten aus sechs Runden. Besonders pikant jeweils verloren bzw. gewonnen sie gegen einen anderen aus diesem Trio. Die letzte Runde musste also im Fernduell die Entscheidungen bringen, Oleksandr Ivanov hatte stets die Buchholznase vorne und dies gab schlussendlich auch für ihn den Vorzug. In der letzten Runde überraschte er den Gegner mit einem frechen Englundgambit und gewann innerhalb von 10 Minuten und 15 Zügen! Somit setzte er die beiden anderen auch unter Druck. Sasha (Oleksandr) hatte gegen Julian Kirchschlager (Salzburg) verloren und hätte unter Umständen in der 3. Fernwertung das Nachsehen gehabt, so war es natürlich nicht unwesentlich, dass Julian seine Partie gegen Lionel Riegler (Oberösterreich) verlor. Besonders bitter für ihn, somit rutschte er noch auf Platz 4 ab. Er hätte zwar das Süßigkeitenglas am Ende gewonnen, jedoch war er da schon abgereist und dann freute sich Eliah Meyer aus der Steiermark darüber. Silber gewann schlussendlich Demian Durakovic aus Kärnten, er gewann zwar seine Partie nach langem Kampf, jedoch lag er schlussendlich 1 Buchholzpunkt hinter Sasha. Mit dabei war auch Constantin Hillbrand, er machte schlussendlich 3 Punkte und wurde 14.
Wiens junge Medaillengewinner*innen (vlnr Noel, Isak, Viki, Sasha, und Maryna)
Neben dem totalen Triumph, obgleich nie erwähnt wurde dass Wien alle Titel erlangte, trugen alle stolz das Leiberl des Wiener Schachverbandes und machten auch insbesondere Philipp glücklich, da ja Sasha, Viktoria und Maryna wöchentlich mit ihm im Kader trainieren. Aber auch Fabienne, Shufan, Aurora, Aura, Constantin, Maximilian zeigten tolle Leistungen, womit sich das Training auf alle Fälle ausgezahlt hat. Überdies hinaus hatten alle viel Spaß an den Partien (es gab 2 mal 3 Partien und nur am Abreisetag eine), aber auch beim Spielen, Vorbereiten, Analysieren im Jufa in Fürstenfeld. Wenn wir aktuell die U8 Mädchenmeisterschaft zu 2 Jahren zuvor vergleichen, da war das Niveau noch deutlich niedriger und es gab nur 6 Teilnehmerinnen, dieses Mal waren es schon 11. Diese Entwicklung ist sehr positiv und von dem her waren wir auch sehr froh, dass Veronika mit uns unterwegs war, denn weibliche Vorbilder unterstützen das Verfolgen ambitionierter Ziele. (Bericht/Fotos: Philipp Scheffknecht)