Haus des Schachsports

Haus des Schachsports

Ort:

1020 Wien, Spielmannplatz 1 oder Marathonweg 14, neben Ernst Happel Stadion, Sektor D (Siehe unten angefügten Lageplan!!)

Erreichbarkeit:

Öffi:
U2, Station Stadion, ab da 2-3 Minuten Fußweg der U-Bahntrasse entlang.
PKW: Parkhaus Stadioncenter, Zufahrt über Handelskai-Marathonweg.


Raumvergabe:

Vereine, Betriebe wenden sich bitte direkt an praesident@chess-vienna.at.


Lageplan Haus des Schachsports

Lageplan.doc

Ein Platz für Rudolf Spielmann

Am 10. Juli 2011 wurde der Platz vor dem Haus des Schachsports nach dem jüdischen Leopoldsstädter Schachspieler Rudolf Spielmann (* 5.Mai 1883 in Wien; +20. August 1942 in Stockholm) benannt.

Rudolf Spielmann wurde als Jude seitens der Nationalsozialisten verfolgt und mußte seine Heimatstadt Wien verlassen. Er floh nach Stockholm, wo er in bitterer Armut seinen tragischen Tod fand, da er wahrscheinlich verhungert ist.

Der Festakt, der im Rahmen der Europäischen Makkabi Spiele stattfand, wurde mit Reden von Mag. Michael Ehn, der auf die traurige historische Geschichte von Rudolf Spielmann verwies, Dr. Ariel Muzicant als Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde, Leonie Christianson, der Nichte von Rudolf Spielmann, und Wiens Stadträtin Mag. Sonja Whesely begleitet.

Michael Ehn´s Schlußsatz: "Aber erst mit dem heutigen Tag, fast 70 Jahre nach seinem Tod, kehrt der Name Rudolf Spielmann wieder dauerhaft in seine Heimatstadt zurück."


Der Schachspieler Rudolf Spielmann, der letzte Schachromantiker!

Rudolf Spielmann nahm an ungefähr 120 Turnieren teil, von denen er 33!! gewann.

Zu seinen Erfolgen zählen ein 3./4. Platz in Sankt Petersburg 1909, Stockholm 1909, 4. Platz in Hamburg 1910, 2. Platz in Bad Pistyan 1912, 1. Platz in Baden 1914, 2./3. Platz in Mannheim 1914, 1. Platz in Stockholm 1919, 2./3. Platz in Bad Pistyan 1922, 1./2. Platz in Teplitz-Schönau 1922, Wien 1926 und Karlsbad 1929. Sein größter Erfolg war der Turniersieg auf dem Semmering 1926. Spielmann gewann vor Alexander Aljechin, Milan Vidmar, Aaron Nimzowitsch und Savielly Tartakower.

Er war der einzige Spieler, die eine nicht-negative Bilanz gegen José Raúl Capablanca bei mehr als einem Sieg aufweisen konnte – je 2 Siege und Niederlagen bei 8 Remis (auch Aljechin hatte eine negative Bilanz gegen Capablanca). Spielmann erzielte seine Siege in Bad Kissingen 1928 und Karlsbad 1929, kurz nachdem Capablanca die Weltmeisterschaft verloren hatte.

Aufgrund seines risikofreudigen Spiels landete er manchmal auch am unteren Ende der Turniertabelle, obwohl er nach dem Ersten Weltkrieg versuchte, positionell solider zu spielen.

Spielmann war bekannt für seine taktischen Fähigkeiten und sein brillantes Angriffs- und Kombinationsspiel, man nannte ihn auch nach seinem 1. Platz im Königsgambit-Thematurnier in Abbazio 1912 „den letzten Ritter des Königsgambits“. Er hatte eine Vorliebe für Opfer. 1935 erschien sein bekanntestes Buch Richtig opfern!.

Seine beste historische Elo-Zahl betrug 2716. Diese erreichte er im Januar 1913.

Den Wiener Meisterspielern ein Saal im Haus des Schachsports

Wilhelm Steinitz
Carl Schlechter
Ernst Grünfeld

Wien hat eine 1000-jährige Tradition im Schach.Ende des 19. Jahrhunderts bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts gehörte Wien zu den weltweit führenden Städten, mit den zu den besten zählenden Schachspielern.So haben wir im Haus des Schachsports verschiedene Spielsäle nach ihnen benannt.

Wilhelm Steinitz  (14. Mai 1836 in Prag; † 12. August 1900 in New York)
Der erste allgemein anerkannte Schachweltmeister von 1886-1894.

Im Kampf um die Weltmeisterschaft 1886 besiegte er seinen Gegner, den Polen Johannes Hermann Zukertort, mit 10:5 Siegen bei 5 Remisen.
Der Zweikampf wurde in drei amerikanischen Städten ausgetragen, gespielt wurde ab dem 11. Januar 1886 in New York, St. Louis und New Orleans.
Er verteidigt seinen Titel 1889 gegen Tschigorin, 1890/91 gegen Gunsberg und 1892 erneut gegen Tschigorin.

Er gilt als Revolutionär der Schachtheorie, der die damals vorherrschende Spielweise des stürmischen Angriffsschachs, des sogenannten „romantischen Schachs“, scharf kritisierte. Mit einer erstmals wissenschaftlichen Herangehensweise formulierte Steinitz heute noch gültige strategisch-positionelle Grundsätze und legte somit den Grundstein für die moderne Schachtheorie.

Steinitz erfand auch das nach ihm benannte Gambit in der Wiener Partie:1. e2-e4 e7-e5 2. Sb1-c3 Sb8-c6 3. f2-f4 e5xf4 4. d2-d4?!

Größte Turniersiege: 1861/1862, 1873, 1882 in Wien,  1865 Schachkongress in Dublin, 1872 London sowie 1894, 1897 in New York.

Er gewinnt zwischen 1862 und 1896 18 Vergleichswettkämpfe gegen die besten Spieler der Welt.

Seine höchste historische Elo-Zahl erreichte Wilhelm Steinitz im April 1876 mit einem Elo-Wert von 2826.

2010 wurde der Verbindungssteg über die Donau zwischen der Brigittenau und Floridsdorf nach ihm benannt.


Carl Schlechter (* 2. März 1874 in Wien; † 27. Dezember 1918 in Budapest)
Spielte 1910 gegen Emanuel Lasker um die Weltmeisterschaft und erreichte ein 5:5 (Je 1 Sieg bei 8 Remisen).

Seine stärkste Phase hatte Schlechter in den Jahren von 1906 bis 1911. In dieser Zeit lag er phasenweise auf Platz 2 der nachträglich berechneten Weltrangliste.

Große Turniersiege: 1900 München, 1904 Coburg, 1906 Ostende, 1906 Stockholm, 1908 Wien, 1908 Prag, 1910 Hamburg.

Er erreichte im Jahr 1911 mit 2764 seine beste historische Elo-Zahl.

Im Jahr 1995 wurde in Wien Donaustadt (22. Bezirk) der Carl-Schlechter-Weg nach ihm benannt.


Ernst Franz Grünfeld (eigentlich Ernest Franz Grünfeld  (21. November 1893 in Wien-Josefstadt; † 3. April 1962 in Wien-Ottakring).
Der Begründer der modernen Schachtheorie.

Grünfeld leistete bedeutende Beiträge zur Theorie der Schacheröffnungen. Er besaß ein nahezu enzyklopädisches Wissen über Eröffnungsvarianten.
1922 führte er in der 4. Partie seines Wettkampfes gegen Albert Becker in Wien die nach ihm benannte Grünfeld-Indische Verteidigung (1. d4 Sf6 2. c4 g6 3. Sc3 d5) in die Turnierpraxis ein.

Grünfeld errang beachtliche Turniererfolge: 1923 Frankfurt/M., 1923 Margate, 1924 Meran, 1933 Mährisch-Ostrau.

Seine beste historische Elo-Zahl von 2715 erreichte er im Dezember 1924. Damit lag er auf Platz 4 der Weltrangliste.

 

Sponsoren